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Wohnhaus der Familie Schleese
Der Woltersdorfer Briefträger Friedrich Schleese wohnte hier in dem Häuschen, das eher einer Kate ähnelte, mit seiner Ehefrau und seinem Stiefsohn Dieter Kretschmer. Nebenbei betrieb er eine kleine Bernhardinerzucht.

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Hier stand früher das Haus der Familie Schleese

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Hofstelle Thiele
 Lucie und Karl Thiele bewirtschafteten den Hof mit ihren Kindern Rudolf, Christa und Christian. Der Vater von Karl, der zur Riege der Woltersdorfer Hausschlachter gehörte, verhalf dem Hof zu seinen Beinamen Schlachter-Thiele”. Neben den Hausschlachtungen wurde er oft in den Ställen zum Ferkelkastrieren herangezogen. Lange Jahre war auf diesem Hof auch der Gemeinde-Eber im Einsatz. Im Vorderhaus wohnte u.a. die Flüchtlingsfamilie Diringer mit ihrer Tochter Anneliese.

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Der ehemalige Hof  von “Schlachter-Thiele”

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1914: Auf dem Frankreich-Feldzug
(links: Ernst Schlachter-Thiele, der mit seinen Kameraden das deutsche Mauser Gewehr 98
 und das österreichische Mannlicher Gewehr 95 präsentiert.)

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Sohn Karl mit Ehefrau Lucie Thiele

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Auf dem Thiele´schen Hof Ende der 60er Jahre
(v.l.: Hans-Joachim Danike, Rudolf Thiele, Hermann  Möller, Joachim Barstorf)

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Wohnhaus der Familie Milatz
Hier wohnten Otto und Marielore Milatz mit ihrer Tochter Gudrun. In den anliegenden Gebäuden befand sich eine Lkw-Garage mit zugehöriger Reparaturwerkstatt. Da Ehefrau Marielore eine geborene Flügge war, hatte sie die große Woltersdorfer Kiesgrube mit in die Ehe gebracht, die nun von Otto bewirtschaftet wurde. Zu dieser Zeit wohnte ich mit meinen Eltern gegenüber, auf dem Resthof des Bauern Hinze (Hinzen-Karl). An manchen Samstagen wurde ich in die Milatz´sche Werkstatt gerufen, um den Fußhebel der großen Fettpresse zu bedienen, mit der nach dem Waschen des Lkw´s die Lager abgeschmiert wurden. Ein kleines Taschengeld war mir stets sicher.

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Das ehemalige Wohngebäude Milatz

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Die ehemalige Lkw-Garage mit Werkstatt - heute zum Mehrfamilienhaus umgebaut

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1951: Marielore und Otto Milatz

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Die Grundstücke von Schlachter-Thiele und Otto Milatz
(Am rechten Rand das Milatz´sche Wohnhaus, links daneben im Vordergrund die Lkw-Garage mit Werkstatt. Daran angrenzend das Hofgebäude Thiele, damals vor ca. 60 Jahren noch mit der “Groot Dör” zur Ziegeleistraße hin; in der linken oberen Bildecke das kleine Häuschen vom Postboten Schleese.)

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Hofstelle Martens
 Erhard Martens  bewirtschaftete den Hof mit seiner Ehefrau und dem Großknecht Heinrich Wolter, der ein Bruder von Hermann “Burgwolter” war. Außerdem wohnte hier die Flüchtlingsfamilie Ptach mit meinem Schulfreund Sigmund. Die Familie Martens übergab später den Hof an die Familie Waldemar Schulz “Straßenburg” und verzog nach Gedelitz. Waldemar gab die Landwirtschaft auf und fand mit seiner Frau Ingrid eine Anstellung bei der SKF in Lüchow. In seiner Freizeit widmete er sich ganz dem Schützenwesen und der Woltersdorfer Gilde, deren Leitung er jahrzehntelang inne hatte. Später wurde er in das Amt des 1.Vorsitzenden des Kreisschützenverbandes Lüchow-Dannenberg berufen.

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Der ehemalige Hof Martens

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Erhard Martens halbhoch zu Roß

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4: Detlef Schwieger, 6. Werner Thiele-Schlesier, 8: Adolf Bense, 11: Angela Eggers, 17: Anneliese Schoper-Möller, 20: Karl Schoper-Möller, 29: Ingrid Lühr, 30: Karl Lühr, 35: Gertrud Hartwig, 36: Karlchen Gehrken-Schulz, 40: Manfred Schoper-Möller, 42: Hans-Hermann Burmeister-Schulz, 44: Heinz Kräft, 54: Marie-Lore Milatz, 55: Elsa Burg-Wolter, 56: Otto Milatz, 57: Hermann Burg-Wolter, 58: Jutta Gassert, 59: Kurt Gassert, 61: Otto Polzin, 62: Anneliese Stödter, 63: Werner Stödter, 64: Lucie Schlachter-Thiele, 65: Karl Schlachter-Thiele, 70: Lisa Martens, 71: Erhard Martens, 77: Heinrich Burg-Wolter, 78: Luise Sauck, 79: Gustav Sauck, 93: Mutter Ptach, 95: Sigmund Ptach, 96: Vater Ptach.

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1959: Lisa und Erhard Martens

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Resthofstelle des Witwers Brohm
 Heinrich Brohm bewirtschaftete den Hof notdürftig mit seiner Stieftochter Anni Thiele (Brohm´s Anni), ihrem Sohn Werner Thiele-Schlesier und der Magd Ella. Mit ihrer unverwechselbaren Art war Brohm´s Anni zweifellos der Anlaß für viele Geschichten und Döneken, die sie Jahrzehnte überdauerten. Das Dach der zur Dorfstraße hin liegenden Scheune, wurde 1945 durch amerikanische Granaten schwer beschädigt.

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Die ehemalige Hofstelle von “Brohm´s Anni”

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Anni Thiele (Brohm´s Anni)

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Tankstelle und Kolonialwarengeschäft
 Karl Triebe betrieb die Tankstelle mit seiner Ehefrau und Sohn Erwin, der sich in seiner Freizeit als Motorradartist auszeichnete, indem er, stehend auf dem Sattel, längere Strecken zurücklegte. Sinnigerweise bekam er 1953, als neu gebackener Schützenkönig, den Beinamen “Erwin, der Schnelle”. Im angrenzenden Gebäude befand sich der Kolonialwarenladen von Otto Karp. Nun hatten wir aber seit Ende des 1. Weltkrieges alle Kolonien verloren und so war es denn auch nur ein simpler “Tante-Emma-Laden” bzw. Dorfhöker. Später, als Otto Karp in den Lemgow ging, übernahm das Ehepaar Günther Heinemann das Geschäft.

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Martha und Karl Triebe

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Das Ehepaar Triebe im Service-Einsatz
(man beachte die damalige Arbeitsteilung)

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... reger Betrieb an der SHELL-Tanke.

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Nach dem Krieg bewirtschafteten Triebe´s neben der Tankstelle auch den kleinen Dorfladen in Eigenregie, bis sie ihn zu Beginn der 50er Jahre an Anton Karp verpachteten.

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Inge und Günther Heinemann hatten den Laden von 1957 bis 1976 gepachtet.
Nach dessen Auflösung verzogen sie nach Hitzacker.

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Günther Heinemann mit Sohn Jürgen hinter dem Verkaufstresen

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Das ist heutzutage (2015) von der ursprünglichen Bebauung der beiden
Grundstücke Brohm und Triebe übrig geblieben.

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Resthofstelle Wilke
 Hermann und Helga Wilke (Rieken Helga) bewirtschafteten mit Tochter Marita den Hof im Nebenerwerb. Außerdem war Hermann auf den Liegenschaften der Funkstelle Lüchow beschäftigt.

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Ehemals “Rieken Helga”

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1949: Helga u. Hermann Wilke

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Hermann Wilke und Willi Warnecke bewachen in Postschutz-Uniform der
 Deutschen Reichspost das Üfest-Gelände.

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Hermann Wilke mit seinem ersten Nachkriegsfahrzeug
(Die Buchstabenkombination BN auf dem Kennzeichen steht für Britische Zone Niedersachsen. Die Schilder wurden zwischen 1947 und 1956 ausgegeben.)

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Resthofstelle Schulz
 Karl Schulz (Gehrkenschult) bewirtschaftete den Hof mit seiner Ehefrau und den beiden  Kindern  Lieselotte und Karl, der wegen seiner Kleinwüchsigkeit nur “Karlchen” genannt wurde. Vater und Sohn waren aber in der Hauptsache mit dem Milchtransport von Woltersdorf zur Lüchower Molkerei betraut. Hierzu fuhren sie mit Traktor und Anhänger “Gummiwagen” die Milchbänke im Dorf ab, die mit den vollen Kannen der Milchbauern bestückt waren. Auf der Rücktour lieferten sie das Leergut und bestellte Molkereiprodukte aus.

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Der ehemalige Resthof “Gehrkenschulz”

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Emmi und Karl Schulz

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Sohn Karlchen als kleiner Knirps vor der überall hoftypischen großen Pumpe.

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Karl Schulz junior, frisch konfirmiert

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Hofstelle Stödter
 Werner und Anneliese Stödter bewirtschafteten den Hof mit ihren Kindern Werner, Manfred, Günther und Margret. Gleich hinter der Hofeinfahrt befand sich auf der linken Seite, an der Grundstücksgrenze zu “Gehrkenschulz”, die Dorfschmiede. Hier übten Meister Noatsch und sein Schwiegersohn Walter Zipperle ihr, für das Dorf so wichtige Handwerk aus. Hier bekamen die Ackergäule neue Hufeisen, Pflüge und Eggen wurden repariert und sogar unsere Schlittschuhe erhielten hier einen neuen Hohlschliff. Unvergessen bleibt mir der eigentümliche Geruch von verbranntem Horn, wenn den Pferden die noch glühenden Hufeisen angepasst wurden.

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Das Wohngebäude der ehem. Hofstelle Stödter

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Alwine und Theodor Stödter

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Sohn Werner mit Ehefrau Anneliese

Sturmschaden an der Stödter´schen Scheune

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 1974 verursacht durch einen sog. “Mini-Tornado”. Im Vordergrund links, stand früher die letzte Dorfschmiede.

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”Milchschulz”
 Hier wohnte der Exlehrer Albert Schulz mit seiner Ehefrau Anni und den Töchtern Brigitte und Ulrike. Frau Anni betrieb im Vorderhaus einen kleinen Lebensmittelladen, in dem sie zusätzlich, im Gegensatz zu den anderen Verkaufsstellen im Dorf, frische Milch und Molkereiprodukte verkaufte. Daher rührt auch der Beiname Melkschulten Anni. Oft wurden wir Kinder mit einer Henkelkanne zum Milchholen geschickt, denn die Milch gab es nur lose und verpackungsfrei. Im Winter geriet der Rücktransport der vollen Kanne oft zum Drama, wenn man auf den vereisten Wegen zu Fall kam und die Milch den Weg allen irdischen nahm. Kam man dann zu Hause ohne Milch und Geld an, blieb es meistens nicht nur bei einer Strafpredigt.
Albert Schulz war, nach dem er seine Lehrertätigkeit aufgegeben hatte, lange Jahre der Dirigent und 1. Vorsitzende des Woltersdorfer “Männergesangvereines (MGV) Thalia von 1890/92”. Zudem leitete er den Posaunenchor, den  er von Zeit zu Zeit zu einer dörflichen Musikkapelle erweiterte. Bei der feierlichen Einweihung des Üfest-Rohbaus im Jahr 1942, untermalte sie unter seiner Leitung den Festakt mit zünftiger Blasmusik.

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Ehemaliges Gebäude “Milchschulz” im Jahr 1994

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Eine Woltersdorfer Institution: Anni Schulz und ihr “Tante-Emma-Laden”.

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Albert Schulz mit seinen beiden Töchtern Ulrike u. Brigitte

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Der Laden heute als Gaststätte „Wendenknüppel“

Jürgen Meyer weiß darüber zu berichten:

Woltersdorf´s kleine Kultkneipe, regional schon sehr bekannt, mit sehr leckerem Essen und  gemütlichen Klönmöglichkeiten, geführt von Ulla Walther mit Tochter Petra.“

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”Tischler Hermann”
 Hier lebte der Tischler Hermann Schulz (Discherschult) mit seiner Ehefrau Martha und Tochter Rosemarie, mit der ich zusammen eingeschult worden war. In seiner kleinen Werkstatt beschäftigte er sich im Einmann-Betrieb mit der Herstellung und Reparatur von Türen und Möbelstücken.

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Das ehemalige Gebäude vom Tischler Schulz

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Tischlermeister Hermann Schulz
(Discherschulten Hermann)

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1960: Heidi Tiedeitz u. Jürgen Meyer bewachen hier des Tischlermeisters Stolz,
sein dorfbekanntes Gefährt - einen Kleinstwagen der Marke JANUS.

(Dieses Vehikel trug den Spitznamen: “Macht-hoch-die-Tür!”, weil es je nur eine Front- und Hecktür hatte, die sich schräg nach oben öffnen ließ. Die Passagiere saßen, zwei vorn und zwei hinten, Rücken an Rücken.)

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Familienfeier zu Beginn der 60er Jahre

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1. Schwester von Marta M.
2. Vater von Marta M.
3. Rosemarie Schulz
4. Heinz Meyer

5. Lene Meyer
6. Mutter von Marta M.
7. Hermann Schulz und seine
8. Lebensgefährtin Marta Maday

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Resthofstelle Palussek
 Hier lebte die stark gehbehinderte Anna Palussek mit ihrem Bruder Hans.  Die beiden anderen Wohnungen im Haus hatten sie an den Schneider Pietsch und die Familie Selent vermietet. Eduard Selent wohnte hier mit seiner Ehefrau Inge, den Töchtern Edda, Uta, Christina und den Söhnen Rüdiger und Stefan. Inge Selent, die eine geborene Thiele war, brachte zusätzlich noch die Kinder Hertha und Hermann mit in die Ehe, die hier aber nur zeitweilig wohnten.

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Der ehemalige Hof von Palussek

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Hans Palussek, ganz links im Bild, verlor seinen Bruder Gustav Anfang April 1945 auf tragische Weise.
Bei der gemeinsamen Feldarbeit in Dorfnähe wurde Gustav durch den Bordwaffenbeschuß von alliierten Tieffliegern schwer verwundet. Er war irrtümlich der Meinung gewesen, daß es sich um Maschinen der deutschen Luftwaffe handelte und nicht in Deckung gegangen.
Am darauffolgenden Tag erlag er seinen schweren Verletzungen.
(von links: Hans Palussek; Josef Lang, Knecht bei Schaper-Möller in der Dorfstraße und Heinrich Martens, Landwirt in der  Ziegeleistraße)

Das Gebäude vor ca. 100 Jahren

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(links: Hofbesitzer Wilhelm Thiele mit seinen beiden Enkelkindern;
links von ihm: seine Tochter Alwine und Frieda Wehsack)

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