danstit_3n
linie1
Ausschnitt03aan

                                                       18
                                            Der Plattenschuppen
Dieses Relikt stammt aus alter Zeit, als es in Woltersdorf noch eine Ziegelei gab. Sogar die vormals Alte Heerstraße hatte man darum in Ziegeleistraße umbenannt. Von der ganzen Ziegelei war aber nur noch das Wohngebäude übrig geblieben, in der seinerzeit die Familie Krüger mit Tochter Hildegard untergebracht war. Ansonsten wohnten hier wechselweise verschiedene Flüchtlingsfamilien u.a. auch die Familie Kurt und Alma Wolter.

ssaul1n

In der Lunke, aus der heute die Bäume ragen, stand früher der Plattenschuppen. Links davon steht die ehemals Saul´sche Scheune. Hier hatte die Firma Vogler damals ihre beiden Wehrmachts-Lkw´s untergestellt, mit denen sie ihre Schweinehälften nach Südwestdeutschland transportierte.

19
Resthofstelle der Witwe Schmidt
Frieda Schmidt “Eckenschmidt” bewirtschaftete den Resthof zusammen mit ihrer Schwester, sowie ihren beiden Söhnen Gerhard und Eckhard  nur notdürftig. Später übernahm Sohn Gerhard mit seiner Ehefrau Wohn- und Wirtschaftsgebäude und ging einer Tätigkeit beim Fernmeldeamt Uelzen nach.

eschm2an

Das ehemalige Wohngebäude “Ecken-Schmidt” ...

eschm1n

... mit Hofplatz und “Ecke”

ecschmidtn

20
Resthofstelle der Witwe Blume
Blum´s Mudder bewirtschaftete den Resthof notdürftig allein. Nur zur Erntezeit nahm sie sich fremde Hilfe. Meine Mutter war manchmal zum Kartoffelsammeln bei ihr im Einsatz.
Später übernahm Ziehtochter Gerhild nach umfangreichen Sanierungsarbeiten das Anwesen und legte hier den Grundstein für ihre eigene Familie.

blum1n

Der ehemalige Resthof Blume

gall

Die Familie Gall auf dem ehem. Blume´schen Anwesen

                                                      21
                                         Hofstelle der Familie Lorenz
 Gerda und  Karl Lorenz (Schauster) bewirtschafteten den Hof mit ihren beiden Söhnen Karl-Heinz und Walter. Auf dem Hof lebten neben den Großeltern von Karl auch noch ein älterer Mann namens Rothermund.
 Karl Lorenz fuhr später die Landwirtschaft zurück und widmete sich vermehrt seiner Aufgabe als Kreisbrandmeister und später als Bezirksbrandmeister den Feuerwehren. Seine größten Einsätze hatte er 1975 bei den Waldbrandkatastrophen in Eschede und im Gartower Forst sowie 1976 beim Bruch des Elbe-Seitenkanals in Lüneburg.

lorenz1n

Der ehemalige Resthof Lorenz

lorenz11

Karl Lorenz mit Mutter Frieda und Vater Karl sen.

lorenz12

Gerda und Karl Lorenz

22
Die neue Mühle
wurde damals von der Familie Koch betrieben, nachdem  der Müller Wolff verstorben war. Auf dem großen Hofgelände wohnten zu der Zeit viele Flüchtlingsfamilien, die in den provisorisch umgebauten Stallungen untergebracht waren.
Auch ich habe hier mit meinen Eltern einige Jahre verbracht.
Mehr über die Mühle gibt es hier:
Klick!

wolf1n

Das ehemalige Wohngebäude der Wolff´schen Mühle

muewolff

1937: Richtfest Wohnhaus Wolff. (Hinten rechts die Neue Mühle, erbaut 1920.)

wolffhon

Heinrich und Ottilie Wolff

Winterlicher Blick auf die Ziegeleistraße in Richtung Lüchow (1973)

ziegwan

Ganz links steht, an der Ecke zur Feuerwehrstraße, die Lkw-Garage der Mühle.  Dahinter sieht man den Giebel der ehemaligen Molkerei mit dem ersten Vorbau der Volksbank. Die Tankstelle existiert noch nicht. Der Metallgittermast auf der rechten Seite steht auf der Grundstücksgrenze von Dr. Kelka zur Manthey´schen Pilzverwertung.

                                                      23
                                             Tierarzt Dr. Kelka
In dem langgestreckten Gebäude befand sich die Tierarztpraxis, die Imkerei und die Wohnung von Else und Dr. Helmut Kelka. Das Wissen um den Honig hatte seine Frau mit in die Ehe gebracht, war sie doch eine geborene Cordes. Ihr Vater, der im ehemaligen Gutshaus Gravenhorst wohnte, war als Imker über die Grenzen des Kreises hinaus bekannt.
Über unseren Doktor, der auch gerne Docky oder Jimmy genannt wurde, kursieren bis heute noch viele Geschichten, Storys und Anekdoten. Aus Rücksichtnahme auf seine Angehörigen können wir diese hier leider nicht alle wiedergeben. Schade eigentlich - denn sie würden bestimmt etliche Webseiten füllen. Zu seiner Ehrenrettung sei aber gesagt, daß die damals von ihm verfaßte Doktorarbeit, über den “Kaiserschnitt bei trächtigen Sauen”, bundesweit in tiermedizinischen Fachkreisen als kleine Sensation galt.   

kelk1n

Das ehemalige Gebäude der Imkerei und Praxis Dr. Kelka

elhkeln

Else und Dr. Helmut Kelka mit Tochter Dorothe´ (Dorle)

kelimk1

Kelka´s bei der Imkerarbeit
( ... angetan mit Schutzanzug, Bienenschleier und immer mit traditioneller Imkerpfeife.)

kelimk11n

Arbeitsplätze für fleißige Bienen
( ... sei es im fahrbaren Bienenwagen, in geflochtenen Bienenstöcken oder in mobilen Bienenkästen.)

In jedem Jahr mußten zu Saisonbeginn der Obstbaumblüte bzw. zur Heideblüte die Bienenvölker an ihren Arbeitsplatz gebracht werden. Ein Großteil überwinterte in Holzkästen, die auf dem Kelka´schen Grundstück untergestellt waren. Wenn der Ruf “Bienenfahren!” durchs Dorf eilte, versammelten sich am Wochende spätabends kräftige junge Leute auf dem Imkerhof, um die schweren Kästen auf Traktor-Anhänger oder kleine Pritschen-Lkw´s zu verladen. Anschließend fuhr man gemeinsam zu den ausgesuchte Stellplätzen. Hierbei ging es mitunter schon hoch her.
Um sich vor den unvermeidlichen Bienenstichen zu schützen, empfahl unser Tierdoktor seinen Helfern eine alkoholische Prophylaxe. Diese diente dann aber mehr der inneren Anwendung, denn die Bienen stachen munter weiter aber es schmerzte nicht mehr so stark. Waren die Bienenkästen erst einmal aufgestellt, ging es noch lange nicht heimwärts. Man suchte traditionsgemäß die regionalen Lokalitäten auf, um das Erreichte ausgiebig zu würdigen. Die ganze Aktion konnte sich so mitunter bis zum Wochenbeginn hinziehen - zum Leidwesen der daheim vergeblich wartenden Ehefrauen, für die deshalb das Schlagwort “Bienenfahren!” stets ein rotes Tuch war.“

23a
Wohngebäude der Familie Bauer
Hier lebte Reinhold Bauer mit seiner Frau Irmgard und den beiden Söhnen Rainer und Ekkehard. Das Haus wird heute von der Familie von Ekkehard Bauer bewohnt. 

bauer1bn

Das Bauer´sche Wohnhaus

bauer_rin

Reinhold u. Irmgard Bauer

bauer_ben

Birgit und Ekkehard Bauer mit Hobby-Einsatzfahrzeug

 Von Perlhühnern und Gartenzwergen

(Text: Joachim Kracht)

Reinhold Bauer hatte das Baugrundstück relativ spät von einem Landwirt aus der Dorfstraße erworben. Es war ein Teil der letzten großen Ackerfläche, die direkt an die Ziegeleistraße angrenzte sowie westlich an das Grundstück unseres ortsansässigen Tierdoktors anschloß. Schon damals gab es dauernd Ärger mit den Grenzen weil es hieß, daß Teile des Praxisgrundstücks heimlich abgepflügt worden waren. Unversehens geriet Reinhold nun in diesen schlummernden Konflikt hinein.
Er hatte hinter seinem Wohnhaus unter anderem eine Garage und ein paar kleinere Wirtschaftsgebäude errichtet. Hier begann er mit einer Perlhuhn-Aufzucht. Da diese Vögel die hohe Aussicht liebten, saßen sie mit Vorliebe auf dem Dach des Nachbarhauses und erfreuten die Bewohner mit ihrem Gesang, der eher dem Gekreische einer Kreissäge glich. Dadurch war weiterer Nachbarschaftsärger vorprogrammiert, weil Reinhold sich beharrlich weigerte, die Viecher wieder abzuschaffen.
An einem sommerlichen Sonntagmorgen wurde ich gegen 5 Uhr von meiner aufgeregten Mutter geweckt - wir wohnten damals auf dem Mühlengrundstück gegenüber -, weil sie in unmittelbarer Nähe mehrere Schüsse gehört hatte. Ich pirschte mich vorsichtig nach draußen und sah zunächst einmal - nichts.
Was also war passiert? Reinholds Nachbar "Docky" hatte nach seinem morgendlichen Revierbegang die Gartenzwerge im Bauer´schen Vorgarten als lohnendes Ziel ausgemacht und mit mehreren Schrotschüssen niedergestreckt. Vermutet wurde später ein Racheakt wegen der schwelenden Perlhuhn-Affäre.
Zum Glück wurde niemand verletzt - außer den Gartenzwergen natürlich, die in Einzelteilen darnieder lagen.

gzwergl2

                                                       24
                                        Pilzverwertung Manthey
Willy
und Gertrud Manthey hatten Wohnhaus und “Pilzfabrik” neu erbaut, weil die ursprünglich genutzten Räume in der gegenüberliegenden alten Molkerei zu klein wurden. Viele Woltersdorfer Frauen sicherten sich mit dem Pilzeputzen einen willkommenen Nebenverdienst. Manchmal wurden auch die 3 Manthey´schen Kinder Roswitha, Hans-Jürgen und Holger zur Hilfe herangezogen. Mit der Tochter Roswitha wurde ich zusammen eingeschult und später konfirmiert.

manth1n

Die ehemaligen Gebäude der Familie Manthey

gwmanth

Die Familie Manthey
(hinten: Gertrud Manthey geb. Mönch, Sohn Hans-Jürgen,
Willi Manthey, Tochter Roswitha;
vorne sitzend: Ida u. August Mönch)

pilzfb4n

Dem Neubau des ersten Manthey´schen  Wohnhauses folgte 1954 bald
 die Errichtung der "Pilzfabrik".

pilzfb5

Mit diesem Lkw holte man die Pilze von den Sammelstellen und transportierte die fertige Konservenware zu den Händlern.
(Das Kfz-Kennzeichen war von der Britischen Besatzungsmacht für den Bezirk Niedersachsen ausgestellt. Das aufrecht stehende Dreieck auf dem Kabinendach sollte signalisieren, daß das Fahrzeug mit einem Anhänger unterwegs war.)

pilzfb7n

Willi Manthey inmitten seiner emsigen Helferinnen ...

pilzfb6

... von Sohn Holger kritisch beäugt.
(hinter ihm: Jürgen Meyer´s Tante Lisa)

Delikatessen aus Woltersdorf

etikettn

Etikett einer Pilzkonservendose

(Diese Kopie eines Originaletiketts wurde uns freundlicherweise von einem ehemaligen Woltersdorfer, Herrn Lothar Gotthold aus Pattensen, zur Verfügung gestellt.
Sein erstes Fahrrad konnte er aus dem Verkaufserlös vieler fleißig gesammelter Pilze in den Wäldern rund um Woltersdorf finanzieren.)

mail11

Änderungswünsche, Ergänzungen und Fehlermeldungen finden hier ein offenes Ohr:
KLICK!

dorfans

Hier geht´s weiter ...
KLICK!