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Hofstelle der Familie Gauster
Werner und Agnes Gauster bewirtschafteten den Hof mit ihren Kindern Ernst, Herbert, Werner und Adelheid. Außerdem hatte Werner, in fast traditioneller Art, den verantwortungsvollen Posten des Ortsbrandmeisters der Freiwilligen Feuerwehr inne. Allein schon dadurch bedingt, daß damals das Spritzenhaus direkt vor seinem Grundstück stand.

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Der ehemalige Resthof Gauster

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Werner Gauster mit “Spatengriff”
(„Gelernt ist gelernt!“)

 

Seit über 100 Jahren ...

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... stand auf der Grundstücksgrenze zwischen den Höfen Eggers und Gauster an der Dorfstraße das turmförmige Transformatorenhaus. Zwar hatte sich der Baustil im Laufe der Jahrzehnte verändert aber der Standort blieb immer gleich.

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Als aber am 1. Dezember 2015 die große Planierraupe anrückte ...

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... ging dieses Bauwerk nahezu spurlos in die Woltersdorfer Geschichte ein.

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Hofstelle der Familie Eggers
Auch Adolf Eggers war mit einer Beinprothese aus dem Krieg heimgekehrt und bewirtschaftete den Hof mit seiner Frau Adele und den beiden Kindern Adolf und Angela. Zusätzlich hatte er lange Jahre das Amt des Gemeindedirektors inne. Als Tochter Angela später auf eine Hofstelle im Kreis Uelzen einheiratete, übernahm Sohn Adolf mit seiner Ehefrau Ilona die Wirtschaft.
In dem großen herrschaftlichen Wohnhaus waren damals viele Flüchtlingsfamilien untergebracht. Darunter auch die Arztfamilie Dr. Koch, der einmal eine Schnittwunde an meinem Fuß versorgte, die ich mir auf der Baustelle des neugestalteten Bauernteiches zugezogen hatte.

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Der ehemalige Hof Eggers

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Adolf und Adele Eggers

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1972: Ilona und Adolf Eggers jr.

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Hofstelle Schwieger
Detlef Schwieger bewirtschaftete den Hof allein mit seiner Mutter. Später heiratete er vom gegenüberliegenden Hof Hartwig die Nachbarstochter Gertrud. 

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Der Schwieger´sche Hof

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Detlef Schwieger und Mutter beim Füttern

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Gertrud und Detlef Schwieger

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Die Notkuhle im Winter vor ca. 60 Jahren
(Rechts die Auffahrt zum Hof Schwieger, links im Hintergrund das Wohngebäude
des Hofes Schubach, der zuvor zu den von Knesebeck gehörte.)

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Resthofstelle der Witwe Schubach
Tochter Marlies ehelichte Hermann Laubach, der dann später in Rehbeck einen Reiterhof eröffnete.

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Der ehemalige Resthof Schubach

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Hofstelle der Familie Schulz
Waldemar und Ingrid Schulz “Straßenburg-Schulz” bewirtschafteten den Hof mit ihren Söhnen Helmut und Hartmut. Hier hauste ich mit meiner Mutter - vom Wohnungsamt eingewiesen - jahrelang in einer “Knechtenkammer”, ohne Strom und beim trüben Flackerlicht einer Petroleumfunzel. Als ich einmal unvorsichtigerweise den heißen Glaszylinder anfasste, lernte ich dann zur Nachtzeit die Gemeindehelferin (“Schwester Frieda”) kennen. Trotzdem war für mich das Leben auf dem Bauernhof ein echtes Abenteuer. Jahre später verkaufte Waldemar das Grundstück an Otto und Edla Wulf und erwarb in der Ziegeleistraße den Hof von Erhard Martens, der nach Gedelitz verzog.

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Der ehemalige Hof  von ”Straßenburg-Schulz”

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Ingrid und Waldemar Schulz ...

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... hier 50 Jahre später in der Ziegeleistraße ...

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... mit einem Doppelgänger-Pärchen.

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Resthofstelle der Familie Bade
Dieses Grundstück hatte die Adresse Dorfstraße Nr.1, der danebenliegende Hof der Familie Schulz die Nummer 5. Dazu muß man wissen, daß seit alter Zeit die Grundstücke in Woltersdorf in der zeitlichen Reihenfolge ihrer Bebauung, unabhängig von der Straßenbezeichnung, fortlaufend  durchnummeriert wurden. Demnach handelte es sich damit um den ältesten Hof in Woltersdorf, zumal das Bauernhaus das einzige war, das mit Stroh und Reet gedeckt war. Vor dem Haus befand sich auch noch ein funktionsfähiger Göpel - eine Maschine, mit der mittels Pferdekraft andere landwirtschaftliche Maschinen angetrieben werden konnten.
Auch auf diesem Hof mußte die Flüchtlingsfamilie Günther und Martha Behn, als Opfer der Zwangswohnungs-Bewirtschaftung, einige Jahre verbringen, in der die beiden Kinder Jörg und
Peter-Michael geboren wurden. Mitte der 60er Jahre konnte man dann endlich ein Eigenheim am Ende der Bahnhofstraße beziehen.
Später, nachdem Otto und Edla Wulf Haus und Grundstück übernommen hatten, begann Sohn Dieter - zusammen mit der männlichen Dorfjugend - den zaghaften Umbau des alten Restgebäudes. Das Ziel war, einen Platz zu schaffen, an dem man unter Gleichgesinnten ungestört feiern konnte. Schnell machte der Name “Ponderosa” für diesen Treffpunkt die Runde.
Als sich dann immer mehr Besucher einfanden und der Raum nicht mehr ausreichte, entschloß man sich, die Location mit vereinten Kräften zu einem sogenannten Partyschuppen zu erweitern, der schnell unter der Bezeichnung “Bongoschuppen” seinen Bekanntheitsgrad - auch über die Grenzen von Woltersdorf hinaus - erreichte. Hier saßen bald nicht nur die Teenies - für die das Ganze eigentlich gedacht war - bei lauter Discomusik sondern auch die Älteren, die sich sonst immer darüber beschwerten.

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Die wahrscheinlich älteste ehemalige Hofstelle in Woltersdorf

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Das älteste Woltersdorfer Zweiständerhaus,
 erbaut Mitte des 18. Jahrhunderts.

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Otto und Edla Wulf mit Sohn Jürgen

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Hofstelle Bertram
Ernst Bertram - nach dem Krieg zeitweilig Woltersdorfer Bürgermeister - bewirtschaftete den Hof zusammen mit seiner Ehefrau. Neffe Werner Bertram, der den Betrieb später übernahm, gab dafür seine Hofstelle im Koreitz auf.

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Der ehemalige Hof Bertram ...

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... mit Wirtschaftsgebäude ...

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... und der Scheune vor dem Grundstück.

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Leichenhalle
So nannte man die Remise, in der jahrzehntelang der “Leichenwagen” für den Transport von Verstorbenen zum Friedhof untergebracht war. Es handelte sich hierbei um eine schwarz angestrichene Pferdekutsche, in der unter einem baldachinartigen Dach der Sarg und die Kranzgebinde untergebracht werden konnten. Weitere Kränze hängte man über die hoch aufragenden Eckstangen. Das Gefährt konnte von 4 Pferden gezogen werden aber in der Regel waren es immer nur zwei. Zu der Zeit war es noch üblich, daß die sterblichen Überreste der Dorfbewohner im eigenen Bauernhaus auf der großen Diele (groot Deel) aufgebahrt wurden. Die Trauergemeinde versammelte sich um den offenen Sarg und nahm Abschied. Dazu mußten wir, als hinzu befohlene Hauptkonfirmanden, einen Choral singen. So hatte ich schon als 13-Jähriger den ersten Kontakt mit Toten und alle fanden es völlig normal. Danach wurde der Sarg geschlossen, in den “Leichenwagen” verladen und der gesamte Trauerzug wanderte gemessenen Schrittes - manchmal von einer Blaskapelle begleitet - in Richtung Friedhof, der immerhin gute 2 Kilometer weit entfernt war. Wir Kinder mußten dann mit dem Fahrrad auf Nebenwegen zum Friedhof eilen, denn direkt am Trauerzug durften wir uns nicht blicken lassen. Am offenen Grab hatten wir, mit einem weiteren Choral, unseren zweiten Einsatz. Wir durften erst nach Hause fahren, als alle anderen zum Trauergottesdienst in der Kirche verschwunden waren. Manchmal gab es als Entlohnung ein 50 Pfennigstück, mit dem ich dann am Sonntagnachmittag im Lüchower Kino einen Cowboy-Film besuchen konnte aber manchmal gab´s auch nix.

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Die ehemalige Remise für den Leichenwagen

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Die Birke auf dem Feld
Wenn man den Sportplatzweg in Richtung Kirche einschlägt, sieht man unweit vom Ortsrand, rechts des Weges einen einzelnen Baum, der mitten auf einem Acker steht. Diese Birke symbolisiert eine traurige Geschichte: Früher, während der Kleinfelderwirtschaft, stand der noch junge Baum am Rand einer kleinen Kiesgrube. Hier fand im April 1945 ein russischer Kriegsgefangener, der im Dorf als Zwangsarbeiter eingesetzt war, seine vorläufig letzte Ruhestätte. SS-Soldaten hatten ihn an einem Strick in einer Scheune aufgehängt, damit er nicht zu den anrückenden amerikanischen Truppen überlaufen konnte. Als sich die SS-Einheiten bei Nacht und Nebel absetzten, war natürlich die Aufregung unter den Dorfbewohnern groß. Was würde passieren, wenn die amerikanischen Soldaten den Toten finden würden? Die zu erwartenden Repressalien mochte sich keiner ausmalen. Kurzentschlossen verscharrte man den Leichnam provisorisch außerhalb des Dorfes in dieser kleinen Kieskuhle. Als sich dann das Eintreffen der Besatzungstruppen verzögerte, hoben einige beherzte Männer am selben Ort ein tieferes Grab aus. Nach dem Ende des Krieges fand der Tote dann seine endgültig letzte Ruhe in einem Gemeinschaftsgrab an der Feldkirche. Die Kiesgrube gibt´s schon lange nicht mehr, aber der Baum steht heute immer noch.

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Gemeinschaftsgrabstelle der russischen Kriegsgefangenen

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