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Zum 100. Geburtstag unseres Schützenbruders

Heinrich Wolter
(vielen noch bekannt als Burgwolters Heini)

führte die Schützengilde Woltersdorf zu seinen Ehren am 24. März 2017 in Gedelitz einen Fackelzug durch.

Jürgen Meyer schildert hierzu seine Eindrücke :
Einem Fackelzug beizuwohnen war für uns  Woltersdorfer, ob als Zuschauer oder als Fackelträger, immer etwas besonderes.
Dieser Tag - der 24.  März - bei Märzkaiserwetter, stellte einen ganz besonderen Höhepunkt dar:
Unser Schützenbruder und ehemaliger  Woltersdorfer Bürger, Hauptmann Heinrich Wolter, beging seinen 100. Geburtstag und "Seine" Schützengilde  marschierte dazu zum großen Fackelzug in Gedelitz auf. Die Freude darüber war ihm sichtlich anzumerken. 
Heinrich wurde zum  Major der Schützengilde Woltersdorf befördert, verbunden mit der gleichzeitigen Verleihung der Gildemedaille. Weiterhin bekam er 4 goldene Eicheln für seine Königsschnur überreicht, die seinen viermaligen Einsatz als Begleitoffiziers des jeweils amtierenden Schützenkönigs im aktiven Gildeleben symbolisieren sollen.
Der Kreisschützenverband Lüchow-Dannenberg stand dem nicht nach und verlieh ihm die goldene Ehrennadel. Im Anschluß schritt der Jubilar gemeinsam  mit dem  1. Vorsitzenden der Woltersdorfer Gilde -  Dieter Wulf - die Front der angetretenen Ehrenformation ab.
Viele Zuschauer aus Woltersdorf und  Gedelitz erfreuten sich dieser doch sehr seltenen und ergreifenden Feierlichkeit ...

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Der 1. Vorsitzende Dieter Wulf hielt die Festansprache, in der er hauptsächlich das lange Gildeleben des Jubilars Revue passieren ließ.
Hierfür hatte Schriftführer Marko Gehrke hervorragende Recherche-Arbeit geleistet. Im Anschluß bekam Heinrich Wolter diese Rede feierlich, in Form einer Collage mit Bildern aus seinem Schützenleben, überreicht. Sie soll auf seinen Wunsch hin, später im Woltersdorfer „Haus der Vereine“ einen Ehrenplatz finden.
Den schriftlichen Inhalt geben wir an diese Stelle gerne wieder:

 Lieber Heinrich,

Einhundert möchten viele werden, doch das ist nicht ganz so leicht,

deshalb gratulieren alle, denn du hast es nun erreicht.

Hundert Lebensjahre lang hast du schon die Welt gesehen,

vieles, vieles ist in ihr und auch mit dir selbst geschehen.

Am 24. März 1917 bist du in der Zeit des 1. Weltkriegs geboren,

hast auch in ihm deinen Vater in Frankreich verloren,

bist in der Schulzeit unter Lehrer Beinhorn und Rohrstock groß geworden.

Im Jahre 1931 wurdest du konfirmiert, vier Jahre später bist du dann das erste Mal marschiert.

Unter der Leitung von Bruder Hermann vor dem Kriege

hast du gelernt die Kameradschaft und Führung in der Gilde.

Ab der Neugründung 1951 hattest du für einige Jahre den Spießposten inne,

musstest gleich das erste Schützenfest leiten, das war nicht nur in deinem Sinne.

Dein Wissen und die Erfahrung waren in den Anfangsjahren gefragt,

drum blieb die Beförderung in der Frühjahrsversammlung 1955 zum Oberfeldwebel dir nicht versagt.

Wegen eines Trauerfalls leitest du auch in diesem Jahr das Schützenfest,

Werner Gauster war der König, den du als den “Mutigen” proklamiertest.

Als Schriftführer von 1956 bis 1958 hast du die Protokolle in der Gilde geschrieben,

in dieser Zeit bist du auch als Begleitoffizier an der Seite der Könige geblieben.

Ob Wilhelm Warnecke, Waldemar und Adolf Schulz, sie kamen alle in den Genuss.

1959 fasstest du den Entschluss, einmal König in der Woltersdorfer Gilde, das ist ein Muss.

Von Karl Thiele wurdest du mit dem Beinamen “Heinrich der Gerechte” proklamiert,

mit dem Königslied “Ein Fähnrich zog zum Kriege” hast du dich nicht blamiert.

1962 viele tausend Zuschauer in der Landeshauptstadt applaudieren,

als ihr durftet eure neuen Uniformen im Stechschritt präsentieren.

Die Beförderung zum Leutnant 1961 und Oberleutnant 1967 waren die logische Konsequenz,

1975 bei unserem Oberschatzmeister Karl Möller hast du wieder als Begleitoffizier geglänzt.

Die guten Reden beim Schützenfest und Frühschoppen, das hat dir gefallen,

genauso das Maschieren und Feiern bei Schluck und Bier bis zum umfallen.

Mit 46 hast du Woltersdorf verlassen, in Gedelitz deine neue Heimat gefunden,

trotzdem warst du immer mit Leib und Seele der Schützengilde verbunden.

2015 konntest du auf eine 80-jährige Mitgliedschaft zurückblicken,

seit dem auch deine Jacke die Hauptmann-Schulterstücke schmücken.

Mit dem heutigen Tage bist du das dienstälteste Mitglied im Kreisschützenverband,

das glückt nicht vielen im schönen Niedersachsenland.

Als Dank, Anerkennung und Vorbild möchten wir sagen,

du darfst ab heute die Schulterstücke des Majors tragen.

Die Gildemedaille wird dir ebenfalls verliehen, für Treue soll sie nun den grünen Rock zieren.

Ein kleines Geheimnis sollst du noch in deinem Herzen tragen, danach wollen wir dich fragen.

Hast als Leutnant mal einen zum Kronprinzen geschlagen, aber es kamen keine Klagen.

Dein ganzes Leben hast als Knecht geschuftet, Tag und Nacht wurde gebraucht deine Kraft,

zuerst bei deinem Bruder später bei Erhard Martens, selbst in französischer Gefangenschaft.

Dadurch kamst du in Berührung mit edlen Tropfen, das war besser als Malz und Hopfen.

Der Rotwein dieser alte Knabe ist eine wunderbare Gabe.

Täglich ein Gläschen von diesem Getränk, ist im hohen Alter wie ein Geschenk.

Mit 100, das ist ja bekannt, wird nicht mehr viel umher gerannt.

Doch wenn im Kopf sich noch was tut, dann ist das wirklich mehr als gut.

Man sieht es ja in vielen Fällen, beim Skat spielen hältst du auf Trab die grauen Zellen.

Ein Grand mit vieren aufs Alter bezogen das wünschen wir dir,

dann stehen wir in zwanzig Jahren noch mal hier.


* * *

Jürgen Meyer merkt weiter an:
 
.... irgendwie immer.
Schützenfest  in Woltersdorf; groß war  früher zu unserer Kinderzeit die Vorfreude, die Pfingsttage waren da und es war Schützenfestzeit. Mit  großen Augen schauten wir zu, als  zu schneidiger Musik marschiert wurde und irgendwie sah man  immer die, die vorne marschierten.
Ganz  vorne, irgenwie immer, Tambour Werner Gauster; 
Kommandos gaben, irgendwie immer, Karl Thiele, Waldemar Schulz, Ernst Gain und Karl  Lüdemann;
Begleitoffizier, irgendwie immer, Heinz Hennings und dann ...,
irgendwie immer, ganz vorne,  ob als Kommandeur, als Spieß, als König und als Begleitoffizier unser 100jähriges  Geburtstagskind, Heinrich Wolter!

Kindheitserinnerungen ...... irgendwie immer!!!

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