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Joachim Kracht erinnert sich:

So lange ich zurückdenken kann, gehörte das Areal des Mühlenteiches immer zu der bäuerlichen Gastwirtschaft von Bitter/Walther in der Dorfstraße, die unter dem Namen “Zur guten Quelle” jahrzehntelang Dorfmittelpunkt war.
Der Teich diente der Dorfjugend auch weiterhin als heimliche Badestelle, manchmal tränkte man hier auch das Vieh, doch immer stillte das Wildgetier aus der Feldmark hier nächtens, ganz verschwiegen, seinen Durst.
Irgendwann, in den den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, verpachtete der Besitzer den Teich an die Familie Maatsch, die ihr Anwesen in Woltersdorf  “Am Spring” hatte.
Mit viel Initiative gingen sie ans Werk, um aus der verwilderten Viehtränke einen akzeptablen Fischteich zu machen. Die Ufer wurden neu befestigt und in der nördlichen Ecke ein Grillplatz eingerichtet. Als größtes Problem erwies sich dann, daß der Teich in heißen Sommermonaten fast  völlig austrocknete, weil eine natürliche Wasserversorgung fehlte. Eine Tiefbohrung, unter der fachlichen Ausführung von Walter Zipperle, schaffte hier schnell Abhilfe und schon bald fanden junge Karpfen und Schleie eine neue Heimat.

Diese sollten aber nicht an Altersschwäche sterben und so wurde im Herbst ein Abfischen angesetzt. Nachbarn, Freunde, Bekannte und Verwandte legten Hand mit an, um die Ernte mit dem Schleppnetz einzufahren.
Als im Laufe der Zeit immer weniger Leute zum Abfischen erschienen, entschloß man sich zur Gründung eines Fischervereins, der dann unter dem Namen “Lange Rute” ins Leben gerufen wurde. Als verbindliche Termine für die Mitglieder wurden das Anangeln im Mai, das Pokalangeln im August und das Abfischen mit anschließendem Fischerball im Oktober, in die Satzung aufgenommen.
 

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Es war schon ein lustiges Völkchen, das sich dann hier zu den festgesetzten Zeiten am Mühlenteich tummelte. Unabhängig davon, daß der Wettergott nicht immer seinen Segen gab, wurden die Termine dennoch  wahrgenommen, was nicht immer zum Verständnis der beteiligten Damen beitrug. Gnadenlos wurde dem wilden Fisch nachgestellt und mancher der chinesischen Graskarpfen, der unfreiwillig das Tageslicht erblickte, verstand wohl nicht, was mit ihm geschah, als er wieder unbeschadet in sein feuchtes Element zurückbefördert wurde.
 

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Und so hörte man im Dorf zu später Stunde, wenn der Wind günstig stand, das Fischerlied aus vielen Kehlen, welches Joachim Kracht, extra für diesen Zweck, geschrieben hatte.

                                                    ***
(Text & Recherche: Jo Kracht)
 

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1991: Der Autor - rechts im Bild - gibt das neue Fischerlied zum Besten.
(von links: Werner Maatsch, Jürgen Wulf, Horst Zipperle, Dieter Wulf, Gerhard Gotthold m. Tochter, Rüdiger Maatsch, Joachim Kracht)

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Wo vor 25 Jahren noch munteres Treiben war ...

müt1bn

... herrscht heute nur noch triste Einöde!

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