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Die Einkünfte der Pastoren in Woltersdorf bestanden
 hauptsächlich aus den Abgaben der Gemeindemitglieder:
Marianne Gehrke schreibt hierüber
:

Der Adel bewirtschaftete seine Grundstücke und Höfe in Woltersdorf kaum selbst, die waren meistens an Bauern „ausgetan“.
Die Abgabe an die Kirche richtete sich nach der Grösse des bewirtschafteten Grundbesitzes. Von jeder halben Hufe in Woltersdorf bekam die Kirche „1 Virt und in den Beidörfern 2 Virt  Roggen“.
Man rechnete damals die Getreidemenge nach Scheffel, Virt und Himpten:

                                     1 Scheffel (ca. 55 Liter) = 4 Virt
                                     1 Virt = 5/12 Himpten

Außer den Getreideabgaben mußten für Taufen, Trauungen und Beerdigungen zusätzliche Entschädigungen (Accidentien) entrichtet werden. Bereits im Woltersdorfer Kirchenbuch von 1626 sind diese Abgaben festgelegt und Jahrhunderte hindurch nicht geändert worden.

Die Pfarrstelle in Woltersdorf war gewiß recht einträglich, denn sie hatte die „Gerechtsame von 74 Stücken Land“, das waren immerhin 4 ½ Hufen. Diese bewirtschaftete der Pastor natürlich nicht alle selbst, einen Teil verpachtete er an die Bauern, die dafür Geld oder Korn abführen mußten.
Außerdem erhielt der Pastor von den Gemeinden und dem Landesherrn, der gleichzeitig Kirchenpatron war, zusätzlich 54 Scheffel Korn.
Von seinen Wiesen hatte er einen durchschnittlichen Jahresertrag von 15 Fuder Heu, sein Vieh wurde umsonst gehütet. Zu den weiteren Einnahmen des Pastors gehörten das Opfergeld und das sog. „Vierzeitengeld“.
Kirche und Pastor konnten mit diesen Einkünften recht zufrieden sein.
 
Bis 1852, nach Abschluß der Verkoppelung, hat sich an den Einnahmen der Kirche und des Pastors nichts geändert. Auch danach kam es nur zu geringfügigen Verschiebungen.

In dem bereits mehrfach erwähnten Kirchenbuch von 1626 finden wir nicht nur ein wichtiges Namensverzeichnis, sondern auch wertvolle zeitgeschichtliche Hinweise, z. B. über den Dreißigjährigen Krieg, der mit all‘ seinen Schrecken über das Wendland hinweg brauste.
Das die Bewohner des Woltersdorfer Kirchspiels große Verluste an Leben und Besitz hatten, darf man wohl mit Recht annehmen, wenn man den sehr hohen Prozentsatz der abgebrannten und wüsten (zerstörten u. verlassenen) Häuser in Betracht zieht, oder wenn man die wenigen Eintragungen der Tauf-, Trau- und Begräbnisregister zugrunde legt. Daraus läßt sich deutlich erkennen, daß sich im Kirchspiel erst im Laufe der darauffolgenden Jahrzehnte der Verlust an Bevölkerungszahlen allmählich wieder ausgleichen konnte.
Das Kirchenbuch von 1626, in dem u. a. die Einkünfte des Pastors, des Küsters und der Kirche sowie dem Sprengel Woltersdorf aufgezeichnet wurden, enthält folgende Eintragung des Pastors Andreas Rodewald:

Ist mir außen geblieben (nämlich an Roggen) bei Hans Schupachen, der einen  gantze Hof hat, 1/2 Scheffel, den ehr inne behalten als Vorsteher der Kirchen, darumb das ehr an des Cüsters stät, der zu Lüchow wonet, den Kirchenwein geholet, welcher demnach billicher dem Cüster alß dem Pastoren  gekürtzet oder dem Abholer außer der Kirche dafür solte gelhonet werden.

Übrigens, das Kirchenbuch kostete damals 25 Schillinge und 4 Pfennige und mußte „aus den Kirchen“ bezahlt werden.

Die Reformation wird in Woltersdorf wahrscheinlich zwischen 1520 und 1535 eingeführt worden sein.
Die Chronik nennt 1518 Arnoldus Burmann als den letzten katholischen Propst in Lüchow.
1534 wird erstmals über den evangelischen Propst Reinicke  berichtet.

Die Pfarren Woltersdorf, Rebenstorf, Bösel, Trebel, Küsten und Krummasel  wurden vor der Reformation von der  Probstei  Lüchow aus versorgt und gewartet.

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts  gehören die 6 Höfe von Gr. Breese nicht mehr zur Woltersdorfer Kirchengemeinde.
Der Ort wurde später ganz nach Lanze bzw. Prezelle eingepfarrt.

 Anno 1905: Kl. Breese         16 Wohnhäuser            96  Einwohner
                   Örenburg            1 Wohnhaus               10         "        
                   Lichtenberg       61 Wohnhäuser          318         "
                   Thurau              16         "                     91         "
                   Woltersdorf        99        "                    504         "
                                                                           ——
 somit bestand die gesamte Kirchengemeinde aus  1019  Mitgliedern.
                                                       
                                                        ***
                                          

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