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Unter dieser Rubrik, die wir UMGEBUNG genannt haben, wollen wir bildliche Eindrücke der Landschaft rund um unser schönes Heimatdorf, aus dem Oering und darüber hinaus, vermitteln. Die Bilder sind teils jahrzehnte alt aber es ist auch einiges neu.

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Winterlandschaft am Thurauer Berg vor 40 Jahren (fotografiert vom Acker von Willi Saul aus, in Höhe des Kieswaschwerks in südwestlicher Richtung). Im Hintergrund links der Sportplatzwald und rechts die ersten Häuser von Woltersdorf.

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... im selben Jahr aber 2 Monate später.

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Blick auf Woltersdorf von der Thurauer-Berg-Straße aus
(vor ca. 25 Jahren).

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Blick auf Woltersdorf von der Oerenburger-Straße aus, nördlich hinter den Höfen der Ziegeleistraße. Im Hintergrund die Bahnhofstraße noch gänzlich ohne Neubauviertel (vor ca. 30 Jahren).

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Die alte Eiche an der Straße zum Thurauer Berg kann man mit ihren fast 200  Jahren durchaus als ein Naturdenkmal bezeichnen. Ich kenne sie schon aus der Zeit, als nur ein sandiger Holperpfad den Berg hinaufführte.

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... und auch seit diesem Foto vor über 30 Jahren hat der Baum sich kaum  merklich verändert. Nur damals war sein Standort erheblich gefährdet und das kam so:
Nach einer ausgiebigen Nachtsitzung bei "Rossi" in der Gastwirtschaft "Zur  Post" bekam unser "Docky" die plötzliche aber unheilvolle Eingebung, die schöne alte Eiche fällen zu müssen. Er hatte die Vision, daß sie im  bevorstehenden 3. Weltkrieg die Landung der NATO-Starfighter auf der  Thurauer Straße behindern würde. Wir als übrig gebliebene Gäste konnten  ihm diese Eingebung nur mit Mühe wieder ausreden. Das er es mit solchen  Vorhaben durchaus ernst meinte, hatte er schon einmal bewiesen, als er  in einer Nacht- und Nebelaktion den Baumbestand von Frieda  Ecken-Schmidt´s Obstgarten, der in der Nähe des Lucie-Kanals lag, mit  der Motorsäge platt gemacht hatte.

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Ein Blick in die Woltersdorfer Bahnhofstraße vor ca. 25 Jahren
(fotografiert vom ehemaligen Bahnübergang der LSE aus).

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Ehemaliges Hinweisschild an der B 493

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... Ein Relikt aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts ist dieses alte  Wartehäuschen, das inzwischen einen ruinösen Anblick bietet.
Erbaut wurde es gegen 1950, nachdem zuvor die Üfest-Gebäude von der britischen Besatzungsmacht als Kaserne benutzt und danach Flüchtlinge aus der  Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) untergebracht worden waren.
1949  nahm die neu benannte Deutsche Bundespost (DBP) den ursprünglichen  Funkverkehr mit Übersee wieder auf. Da die meisten Bediensteten in  Lüchow wohnten, wurde extra ein spezieller Busfahrdienst zur Üfest  (damals auch als "Funkamt Lüchow" bezeichnet) eingerichtet. Für die in  Woltersdorf und den umliegenden Orten wohnenden Kräfte, wurde mit dem  neuen Buswartehäuschen eine wettergeschützte Zusteigemöglichkeit  geschaffen.
Näheres zur Üfest-Geschichte gibt es
hier!

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... und noch ein Überbleibsel - der Rest der "Nei Wischen”.

... Gleich hinter dem Buswartehäuschen, links neben der Straße zur Üfest, zogen  sich damals die sogenannten "Neuen Wiesen" (in Plattdeutsch "Nei  Wischen") in nordwestlicher Richtung bis zur Kolborner Grenze und zum  Lucie-Kanal hin. Sie dienten dem Vieh zur Weide und den Bauern zur  Heugewinnung, falls es die Bodenbeschaffenheit und die Gesamtwetterlage  erlaubten. Dadurch, daß das Gelände durch seine Tieflage einen sehr  hohen Grundwasserstand hatte und durch das zurückdrückende  Jeetzelhochwasser oft wochenlang überflutet war, hatten die Wiesen einen überwiegend sauren Charakter. Auf vielen Flächen gab es meist wenig  Gras und dafür viele Binsen- und Seggeninseln. Die waren natürlich eine  ideale Brutstätte für den heimischen Kiebietz. Bewegte man sich im  Frühjahr als Spaziergänger durch diesen Bereich, schwirrte die Luft von  hunderten Lock- und Warnrufen dieser Vögel. Im Winter waren die  überschwemmten Flächen oft zugefroren und bildeten so eine geschlossene  Eisfläche bis zur Jeetzel hin - eine ständige Herausforderung zum  Schlittschuhlaufen für die Woltersdorfer Dorfjugend und sportlich  gebliebene Erwachsene. Leider blieben Unfälle durch Eiseinbrüche hierbei nicht aus.
In den 1970er Jahren begann man im Zuge einer  Flurbereinigung tiefe Entwässerungsgräben auszuheben mit der  Fließrichtung Lucie-Kanal, dort wurde zeitgleich ein Pumpwerk errichtet. Relativ schnell änderte sich daraufhin das Landschaftsbild. Viele  Wiesen, die trocken gefallen waren, wurden in Ãcker umgewandelt und  schon bald mußten sie im Sommer künstlich beregnet werden - eine Folge  zu tiefer Gräben? Einige Grünflächen im tiefer gelegenen Gebiet sind  dennoch erhalten geblieben - wovon das aktuelles  obige Foto zeugt.

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Der Autor am Lucie-Kanal-Pumpwerk

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Die neuen “Nei Wischen”
(Blick vom Kolborner Grenzgraben aus in Richtung Woltersdorf).

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Brücke über den Lucie-Kanal
(Der baumbestandene Weg führt zum Klein Breeser Forst.)

In meiner Kinderzeit wurden die Fischereirechte für den Kanal abschnittsweise vergeben. Mein damaliger Hauswirt Hinzen Karl verbrachte hier sehr viel Zeit mit Stellnetz und großem Kescher. Die  Fangergebnisse lagerte er dann lebend bei sich zu Hause in seinem  Ziehbrunnen, der auch zur Trinkwasserversorgung dienen sollte. Als ich  mit meinen Eltern vom Wohnungsamt bei ihm zwangseingewiesen wurde, fand die Sache schnell ein Ende.

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... am Ufer des Lucie-Kanals mit Blick auf Oerenburg.

... und noch eine Kanal-Anekdote:
Der Woltersdorfer Karl-Heinz Otte war als Kalfaktor bei der Üfest beschäftigt und hatte sich nebenbei, am  Ufer des Lucie-Kanals ein paar Erdbeer-Beete angelegt. Als er eines  Morgens nach seinem Minigarten sehen wollte, schlängelte zwischen den  Beeten ein ausgewachsener Aal, der wohl auch an den Früchten gefallen  gefunden hatte. Da der Fisch von diesem Ausflug über und über mit Sand bedeckt  war, konnte Karl-Heinz ihn problemlos fangen.
Von dem ”Aal in den Erdbeeren” wurde später noch in vielen Stammtischrunden erzählt.

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